Juni 13, 2008
Händler, die militärische Antiquitäten verkaufen, müssen darauf hinweisen, dass die angebotenen militärhistorischen Gegenstände – insbesondere die aus der nationalsozialistischen Zeit – nur zu Zwecken der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger und verfassungsfeindlicher Bestrebungen, der wissenschaftlichen und kunsthistorischen Forschung, der Aufklärung oder Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschehens oder der militärhistorischen Forschung zum Erwerb zugelassen sind. Da dies von den Händlern nicht kontrolliert werden kann, ist zugleich der Hinweis notwendig, dass man sich strafbar macht, wenn man die erworbenen militärischen Antiquitäten zu Propagandazwecken missbraucht.
So werden beispielsweise Waffen, Uniformen, Embleme oder Abzeichen vorrangig von Museen oder historischen Archiven erworben, um so die Besucher oder Schülergruppen aufzuklären und zu informieren.
Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass gerade in der rechten Szene einschlägige Gegenstände aus dem „Dritten Reich“ auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden.
Militärische Antiquitäten sind frei verkäuflich bis etwa Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts zu haben. Von der reich verzierten Pickelhaube über Uniformen oder Reitröcke bis hin zur Kriegsdenkmünze sind sowohl Antiquitäten aus Kriegszeiten im Internet, auf so manchem Flohmarkt aber auch in Antiquitätenläden zu finden.
Für seltene Uniformen, die aus rotem Samt gefertigt sind, und die in einem noch sehr guten Zustand, das heißt ohne Einrisse, Schäden im Stoff, intaktes Innenfutter verfügen, sind fast ein Vermögen wert und für den Hobbysammler nahezu unerschwinglich. Und wenn schon bereits korrodierte Erkennungsmarken aus dem Ersten Weltkrieg, wo die untere Hälfte abgetrennt wurde, zum Verkauf angeboten wird, dann laufen einem schon einige Schauer über den Rücken. Militärische Antiquitäten erfüllen ihren Zweck auch dann am besten dort, wo sie historisch aufklären – im Museum!
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Mai 29, 2008
Unter Antiquitäten versteht man im Allgemeinen sammelnswerte Gegenstände, die sowohl einen gewissen materiellen Wert haben als auch eine Wertsteigerung durch den Prozess des Alterns erhalten. Grob gesagt sind Antiquitäten älter als 50 Jahre. Sie stammen entweder aus dem Kunsthandwerk oder aufwändig gestalteter Gebrauchsgegenstände, die in der heutigen Zeit nicht mehr in dieser Art hergestellt werden. Sie umfassen alle Bereiche menschlichen Lebens von der Antike bis zur Neuzeit. Alte Bücher, Schriften, Noten, Zeitungen und Zeitschriften werden als antiquarisch bezeichnet. Bei Kunstwerken (Gemälde, Bildhauerei usw.) gibt es einen fließenden Übergang zwischen Kunst- und Antiquitätenhandel. Je nach Herkunft sind einige Antiquitäten nicht für den freien Handel zugelassen, wenn sie aufgrund geltender Gesetze besonders geschützt sind; dies gilt vor allem für Gegenstände der Antike und von Ausgrabungen.
Die Einteilung der Epochen von der Romanik über Barock, Klassizismus bis hin zum Jugendstil bezieht sich zumeist auf den deutschen Sprachraum und kann daher in anderen europäischen Ländern abweichen. In anderen Kulturkreisen wie Afrika, Amerika oder Asien gelten ebenfalls andere Epochen.
Man kann Antiquitäten durch die Betrachtung der handwerklichen Details unterscheiden, wobei sich Beginn und Ende einzelner Stilperioden nicht eindeutig auf bestimmte Jahre festlegen lassen.
Details der vergangenen Epoche wurden übernommen, man entwickelte Neues – oft als Gegensatz zum Vorherigen – und es kam zu einer Hochblüte eines Stiles. So sind Zeitangaben eine Art Rahmen. Auf dem Lande wurde etwas, was sich bewährt hatte, noch lange weitergeführt, in der Stadt jedoch suchte man schon wieder nach Innovationen. Im 19. Jahrhundert war es üblich, Bauteile aus vorherigen Perioden neu zu verwenden. Als neuzeitlich bezeichnete Antiquitäten kann man zum Beispiel Design-Gegenstände des 20. Jahrhunderts nennen.
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Mai 14, 2008
Auktionshäuser für Antiquitäten existieren seit der Verbreitung des Internets vermehrt auch als Antiquitätenhändler.
Sotheby´s ist eines der traditionsreichsten Auktionshäuser für Antiquitäten der Welt.
Es wurde im Jahre 1744 vom Buchhändler Samuel Baker in London gegründet. Die erste Auktion durch Gründer Samuel Baker fand am 11. März 1744 statt, als er einige hundert wertvolle Bücher verkaufte. Das Geschäftsfeld erweiterte sich im Laufe der Zeit um Versteigerungen von Druckgraphiken, Medaillen und Münzen. Der langjährige Präsident Peter Wilson betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg die Internationalisierung des Auktionshauses. 1964 wurde das bedeutende amerikanische Auktionshaus Parke-Bernet erworben, Sotheby’s wurde so das größte amerikanische Auktionshaus. 1982 erwarb das US-Unternehmen General Felt-Industries eine Beteiligung von 14 Prozent am Auktionshaus.
Im Mai 1983 wurden in der New Yorker Niederlassung Sotheby Parke Bernet zwei Werke von Edgar Degas aus dem Jahr 1880 für rund 4,7 Millionen Euro verkauft.
Im Juni 2006 wurde Gustav Klimts Bild „Die Goldene Adele“ für die Rekordsumme von 135 Millionen Dollar bei Sotheby’s versteigert. Es wurde vom amerikanischen Milliardär Ronald S. Lauder erworben. Mit diesem Preis löste es das Werk „Junge mit Pfeife“ von Pablo Picasso als teuerstes Gemälde der Welt ab, das 2004 für 104,2 Millionen Dollar versteigert wurde.
Christie´s ist ebenfalls eines der bedeutendsten Auktionshäuser für Antiquitäten.
Die erste Auktion führte James Christie am 5. Dezember 1766 durch. Er arbeitete für die Aristokratie und für die königliche Familie. Im 18. und 19. Jahrhundert stand das Auktionshaus u. a. in Verbindung mit Katharina II und verkaufte ihr die Gemäldesammlung Robert Walpones, die einen wichtigen Beitrag für die Eremitage in Sankt Petersburg bedeutete.
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April 30, 2008
Wer ein Sammler von alten Werbetafeln aus Email ist, stößt öfters auch auf die Schilder der alteingesessenen Firma Knorr.
Das Unternehmen wurde bereits 1838 von Carl Heinrich Theodor Knorr Carl Heinrich (1800−1875) in Heilbronn gegründet. Am 29. August 1838 eröffnete der Gründer einen Gemischtwarenladen in der Kaiserstraße, am 28. September 1838 erhielt er die Konzession für den Bau einer Fabrik für Kaffee-Ersatz aus Zichorien vor dem Brückentor, dem heutigen Bahnhofsviertel. Die Fabrik mit 53 Arbeitern wurde zur größten Fabrik in Heilbronn, sie wurde jedoch 1855 an August Closs, den Bruder des Schwiegersohns des Firmengründers, verkauft. 1857 gründete Knorr auf dem Hefenweiler eine Tuchfabrik, die er jedoch wegen nicht zu bezahlender Schulden bereits 1858 schließen muss. Im Anschluss gründete Knorr die Firma C. H. Knorr Engros-Geschäft in Reis, Gerste, Sago und Landesprodukten in der Sülmerstraße.
Das heute noch knapp veränderte Logo trägt in unverändertem Schriftzug den Namen des Firmengründers und ist auf den alten Werbetafeln von Knorr noch nicht zu sehen. Die Werbeschilder aus dem späten 19. Jahrhundert stellen dann auch die damals üblichen Köchinnen oder Haushälterinnen der besseren Gesellschaft dar. Der damalige Werbespruch: „Suppen von C.H. Knorr sind die besten“ wird heutzutage natürlich nicht mehr verwendet, zumal Knorr seine Produktpalette ja auch um einiges erweitert hat. Die 1889 produzierte Erbswurst gehört sicherlich nicht mehr dazu.
In der Schweiz wird seit den 1940er Jahren bis heute „Knorrli“, ein Männchen mit Zipfelmütze, Holzschuhen und einem Kochlöffel in der linken Hand, als Werbefigur genutzt. In Deutschland war in den 1960er Jahren die Werbefigur „Knorri“ populär, ein auf zwei Beinen stehender Ochse mit einem Kochlöffel in der rechten Hand, ebenso die Figur „Stocki“, eine halb geschälte Kartoffel mit Schiebermütze, die das gleichnamige Kartoffelpüree bewarb.
Alte Werbetafeln von Knorr existieren seit über 100 Jahren und es ist mit Sicherheit für jeden Sammler eine große Herausforderung, jedes Exemplar zu ergattern.
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April 15, 2008
Der Antiquitätenmarkt ist ein facettenreicher Markt, der eine ganze Reihe an Arbeitsfeldern für Sachverständige für Antiquitäten bietet. Aber wie wird man Sachverständiger in dieser Branche? Die meisten Sachverständigen haben mit der Kunst oder Antiquitäten verwandten Beruf gewählt wie Tischler, Schreiner oder Goldschmied oder sogar ein Kunststudium absolviert.
Für die Bestellung zum Sachverständigen ist meist noch eine Zusatzausbildung notwendig. In Deutschland werden die Prüfungen von den jeweiligen Industrie- und Handelskammern abgenommen und die Sachverständigen auch von diesen Institutionen bestellt, wenn sie öffentlich arbeiten.
Als öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige sind die Spezialisten für Kunst und Antiquitäten in Fachgebieten des Allgemeinen Hausrates (Wohnungseinrichtung und Geräte) sowie des höherwertigen Hausrates (Kunst -und Antiquitäten, wie z. B. Möbel, Bilder, Porzellan, Silber, Teppiche) für Testamentsvollstrecker, private Auftraggeber, Versicherungsunternehmen und Justiz tätig. Die meisten sind auf spezielle Epochen spezialisiert, erstellen Expertisen, Gutachten, Wertgutachten und Echtheitsbestätigungen.
In freien Sachverständigenbüros und Kooperationen arbeiten die von den IHKs bestellten rund 300 Sachverständigen für Kunst, Antiquitäten und Juwelen.
Zudem vermitteln Sachverständige für Antiquitäten den Kontakt mit Spezialisten des Kunstsektors. Versicherungen, Gerichte und Juristen gehören zu der Klientel der Spezialisten, aber auch Privatpersonen wie Kunsterben.
Sachverständige für Antiquitäten werden dann beauftragt, wenn besonders teure Antiquitäten auf deren Echtheit geprüft werden müssen. Oftmals wird auch der Wert eines Gemäldes oder eines alten Möbelstückes geschätzt. Auktionshäuser arbeiten eng mit Sachverständigen für Antiquitäten zusammen.
Die besten Einstiegsmöglichkeiten für Praktiker bieten daher Auktionshäuser. Der Fachmann in der Kunstversteigerung beschreibt und taxiert Kunstobjekte für die Auktionskataloge. Die Fachgebiete sind je nach Auktionshaus individuell. In Deutschland arbeiten in etwa 100 Auktionshäusern derzeit ca. 450 Kunstfachleute in unterschiedlichen Sachgebieten.
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